Männerturnen 

35. Tour de Bär                  7. bis 9. September 2018    
             Pfalz und Frankreich
 

 „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!“ Am letzten Ferienwochenende reisten
16 wackere Bollinger "Bären" in den südlichen Pfälzerwald nahe der deutsch-französischen Grenze.

Abseits der üblichen verkehrsreichen Routen erreichten wir nach drei Stunden Anfahrt die Rheinfähre bei Neuburgweier. Noch bevor wir uns auf die Überfahrt mit der Autofähre "Baden/Pfalz" einließen, machten wir in der Gaststätte Zollhaus eine zünftige Mittagspause. Nach der Überfahrt über den "alten Vater Rhein" führte uns unsere Reise in den Nordelsass nach Hunspach 12 Kilometer südlich der historischen Stadt Wissembourg (Weissenburg). Die Ortschaft mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern versetzte uns in eine längst vergangene Epoche. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Doch das eigentliche Ziel war das Museum Festung "Schoenenbourg". Ein Relikt aus unruhiger Zeit und Teil einer gigantischen Verteidigungsanlage, aus einer Zeit, als Deutschland und Frankreich sich noch als "Erbfeinde" gegenüberstanden. Gott sei Dank sind die Beziehungen beider Völker heute in unserer Generation freundschaftlich und überaus gut, so dass die Anlage, welche zur Maginot Linie gehörte nur noch Touristen anlockt. Die Besichtigung war äußerst Zeit und Kräfte raubend, allein 3000 m Kasematten und Funktionsräume, – Unterkünfte, Speisesäle, Sanitäts- und Sanitärräume, Waffenkammern, Munitionsräume und Aggregatsräume –, galt es zu erkunden und alles 30 m unter der Erde, nach oben geschützt durch eine gewaltige Bunkeranlage. Was für eine Verschwendung von Ressourcen. Die Anlage war sogar mit einem Schienennetz versehen und ein Aufzug – ehemals gebaut für militärische Zwecke – ermöglichte auch den Zugang für unseren Rollstuhlfahrer.

Erschlagen von den Eindrücken unter und über Tage, setzten wir unsere Weiterfahrt nach Ludwigswinkel in unser Quartier "Zur Rösselsquelle" fort. In geselliger Runde und bei guter Pfälzer Küche wurde der erste Tag unseres Ausfluges beendet.

Der zweite Tag unserer Reise wurde auf Schusters Rappen durchgeführt. Eine kurze Anfahrt ins 20 km entfernte Eppenbrunn und schon waren die Wanderschuhe angezogen, der Rucksack geschultert und die Stöcke in Bewegung gesetzt werden. Start und Ziel unserer Wanderung "Altschloßpfad" durch den Naturpark Pfälzerwald-Nordvogesen war der Parkplatz des Hotel Kuppers. Höhepunkt und Namensgeber des pittoresken und malerischen Pfades war die als Natur- und Kulturdenkmal ausgewiesene Sandsteinformation Altschloßfelsen. Der Name stammte von einer Burg, welche vor vielen hundert Jahren auf die Felsentürme gebaut wurde, nun aber längst zur Ruine zerfallen war. Bizarre Felsformationen, atemberaubende Felsüberhänge und diffuse Farben, die bei jedem Tageslicht wechselten, faszinierten und fesselten uns, bevor wir nach ca. 14 km (1 km Umweg wegen falscher Strecke) und fünf Stunden Wanderung in herrlichster Natur zum Ausgangspunkt zurück- und im Wirtshaus Kuppers einkehrten.

Abends dann das Übliche: geselliges Beisammensein.

Alles hat mal ein Ende, so auch die „Tour de Baer 2018“ und so verließen wir am Sonntagmorgen das idyllisch gelegene Örtchen Ludwigswinkel und machten uns auf den Heimweg. Der führte uns zunächst noch einmal in die Vogesen nach Bitsch, eine traditionsreiche Garnisonstadt in Frankreich, um deren riesigen Zitadelle noch einen Besuch abzustatten. Die Zitadelle von Bitsch ist das stadtbildprägende Festungswerk der Stadt im  Département Moselle der historischen Region Lothringen. Gebaut vom französischen Festungsbaumeister Vauban, zur Zeit Ludwig des XIV., und galt als uneinnehmbar. Traurige Bekanntheit erlangte sie im preußisch-französischen Krieg von 1870–1871, als sie sich nach langer Belagerung mit schrecklichen Ereignissen den mit Preußen verbündeten bayerischen Truppen ergeben musste. Danach verschwand sie in den Tiefen der Geschichte und ist heutzutage ein Magnet für Touristen und Historiker. Eine zweistündige audiovisuelle Führung ließ uns an der Schlacht teilhaben und wir waren beeindruckt, zu welchen Leistungen Menschen beider Nationen fähig waren, man so etwas jedoch nicht selber durchmachen möchte.

Nach so vielen Einblicken in die Vergangenheit und in eine Region, die wir nicht oft zu Gesicht bekommen, machten wir uns auf den Rückweg nach Bollingen, jedoch nicht ohne Stärkung durch die Pfälzer Küche in Schönau/Pfalz.

Was dann folgte, war der normale Sonntagsrückreisewahnsinn auf deutschen Straßen, bevor wir gegen 20 Uhr das "beschauliche" Örtchen Bollingen erreichten.

Ich danke allen Bären, welche durch ihre Teilnahme zum Gelingen der Tour beigetragen haben, den Fahrern und den Mitorganisatoren.

Ernst Kaufmann AL


© 2018   Werner Ameringer

 

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